Silberportraits

 

 

 

 

Beim betrachten von Fotos werden wir in der Regel zu Mitwissern eines Moments,  zu Teilhabern eines subjektiven Blickwinkels.

Gerade diesen Anspruch verbannt die Fotokünstlerin Tina Dietz aus der Serie der Silberportraits.

 

Sie sucht nicht nach den Spuren, die das Leben in ein Gesicht gezeichnet hat, die Bilder entstehen ohne Pose, ohne Aktion oder bewussten Wollen, es ergibt sich eine Annäherung an den eigentlichen, an den puren Blick.

 

Die Künstlerin lässt sich hier auf das Wesen, wenn wir so wollen, auf das Innere von Menschen ein, und auf den Moment, der den Augenblick überdauert.

 

Gerade durch diese Loslösung entsteht in den Gesichtern eine tiefe Stille, die das Bild vom Stigma des fotografischen Augenblicks, und die Person von Äußerlichkeiten befreit. Denn wir wissen längst, und das nicht nur in der Kunst, dass reine Oberfläche eine Illusion ist, der wir allzu gerne erliegen.

 

Ein Blick in die Augen ist ein Blick in unsere Geheimnisse, aber auch in unsere Gewissheiten.

Das Silber als Bildträger schluckt alles Unwesentliche, alles was uns vom Wesenskern ablenken könnte. Das glatte, farbneutrale Metall nimmt die Farbe und Lichtstimmung der Umgebung auf, erscheint in jedem Blickwinkel anders, und spiegelt immer das Jetzt wieder.

Was unverändert bleibt, ist eine Ahnung von Wahrheit und Gewissheit...

oben: Daniel Spoerri, Sami Molcho, Susanne Widl

mitte: Fanni Altenburger, Helene Karmasin, Julian Schutting

unten: Kurt Buchinger, Julia Stemberger, Gundi Dietz

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